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We think you're a joke, shove your hope where it don't shine.

Liegt es in der Natur des Menschen, sich stets zu beklagen? Ich fürchte ja. Eigentlich vermeide ich es ja, aber inzwischen infiziert dieses ständige Gemoser und Gemiesepetere auch meinen Geist und es nervt mich.

Es ist nicht alles rosig, aber es ist auch nicht alles scheiße und das ist doch auch in Ordnung.

9.2.12 09:24


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'86 Charlie he came back, he came back

Und nun muss ich Händchen halten? Oh well..

Solang es bei der Hand bleibt. Nur muss ich dann Handschuhe tragen. Denn die Kälte, die draußen herrscht, schleicht sich in meine Brust und strömt von dort in jedes Körperteil. Und meine Finger schmerzen.

Meine Heizung boilert wie verrückt und trotzdem zittere ich, während ich hier tippe. Es erinnert mich an meinen Hund, der auf die selbe Weise zittert, wenn er Angst hat. Es kommt tief aus dem Körperinneren und lässt den gesamten Rumpf erschaudern.

Freitag lasse ich mich in die Klapsmühle einweisen. Oder so.

2.2.12 09:47


Warum bin ich dem Zusammenbruch näher als der Hoffnung?

Warum könnte ich ausgerechnet jetzt jeden Tag nur die Zimmerdecke anstarren und nichts tun. Nichts sagen, nichts essen. Nichts sein.

Ich sollte dankbar sein dafür, dass ich tatsächlich Freunde habe, die mich so akzeptieren wie ich bin. Die mir zur Seite stehen.

Warum nur habe ich das Bedürfnis mich von ihnen abzuwenden? Weil ich ihnen nicht schaden will? Weil ich eine fleischgewordene Belastung bin und nichts weiter?

Ich verstehe mich zum ersten Mal im Leben nicht einmal im Ansatz. S. rief heute sogar an - fragte ob ich überhaupt zum Job erschienen sei. Ja sagte ich, ich war da. Ich soll aber erst Mittwoch arbeiten. Er sagte er mache sich Sorgen dass ich es nicht packe, als ob ich Angst hätte.

Wovor sollte ich im Leben Angst haben. Es ist eine Skizze, die ständig weitergezeichnet wird. Ohne Vorlage, ohne Pauspapier. Ohne Stein.

 Und gleichzeitig empfinde ich nichts. Einfach gar nichts. Ich fühle die Leere nicht mehr, ich bin sie wahrhaftig geworden. Ich widerspiegele nur noch andere Emotionen - aber ich habe selbst keine.

31.1.12 17:44


And your nose is bleeding.

Dieser faulige Geschmack im Mund. Dieser Druck in der Brust. Ich verstehe beides nicht aber ich merke, dass meine Seele in meinem Körper schreit und sich von mir ablösen möchte.

In der Nacht hatte ich sowas wie Hallizinationen. Es waren definitiv keine Träume, ich war am Dämmern und meine Gedanken fingen irgendwann an zu rasen. Und das taten sie mit solch einer Geschwindigkeit, dass ich davon erneut hellwach wurde.

Habe bereits mit R. gesprochen. Ihr geht es so schlecht, dass sie in psychiatrischer Behandlung ist und sie nicht mit uns essen gehen kann. Es ist so schlimm, dass sie das auch in absehbarer Zeit nicht kann. Mehr als ihre Therapiesitzungen schafft sie im Moment nicht.

 

30.1.12 14:40


Heh.. zu sagen, dass aus einem selbst nichts scheint, kann andere Menschen so traurig machen, dass sie in meiner Gegenwart weinen.

Ich bin schon ein furchtbarer Mensch.

29.1.12 10:46


From here no lines are drawn...

No lands are owned...

 

Wenn ich beschreiben müsste, wie ich den Menschen sehe, dann würde ich sagen, er ist wie ein Glaskörper aus dem Licht strömt. Man sieht die Flamme im Inneren nicht, man weiß nicht, wann sie erlischt aber man sieht und spürt das wunderbare Licht, das aus ihm flutet.

Und ich - ich trage kein Licht in mir. Andere Lichter können in meinen Glaskörper fallen und auch dann durchströmt mich das Licht und ich gebe es weiter. Doch ich besitze keine Flamme in mir.

Wo ist sie nur hin.

27.1.12 11:25


Trauern I

Trauern ist ein natürlicher Teil des Lebens. Irgendwann einmal verlässt uns ein geliebter Mensch oder auch ein Haustier. Und doch musste ich in meiner eigenen Trauerbewältigung (die bei weitem noch nicht abgeschlossen ist), dass die Menschen um den Trauernden sich am schwersten tun, bei der Bewältigung zu helfen.

Ich weiß dass es schwer ist, Worte des Trosts zu finden. Aber meist will ein Trauernder gar nicht getröstet werden. Man will nicht hören, dass alles gut wird. Dass man stark sein muss, dass man den Kopf nicht hängen lassen soll.

Man will einfach nur reden. Man möchte die Gedanken, die man in sich trägt, aussprechen. Damit sie Gestalt annehmen können, damit sie die eigene Seele nicht so erdrücken.

Faszinierenderweise habe ich die hilfreichsten Gespräche nicht mit Freunden oder Verwandten geführt, sondern mit Fremden, die schon einmal durch einen Trauerprozess gegangen sind. Sie kennen die Gedanken nur zu gut und können nachvollziehen, wie sich das Gefühlschaos aus Verzweiflung, Wut und Resignation anfühlt. Sie wissen, welche Gedankenketten man einfach irgendwann abbrechen muss, um nicht weiter auf der Stelle zu treten. Um ein wenig abschließen zu können.

 

Ich wäre ein Teufel, würde ich den Leuten einen Vorwurf machen, dass sie nicht wissen, wie sie helfen sollen. Aber was ich in der Situation nicht verstehe ist, dass sie sich dann tatsächlich von einem zurückziehen, sich nicht mehr melden. Ich habe einer Freundin explizit gesagt: "Ich will nicht, dass du mir hilfst. Ich will nur, dass du mir manchmal zuhörst. Ich will nicht reflektieren und ich will keine Antworten auf meine Fragen, ich will mich nur nicht alleine fühlen."

Und sie war die Erste, die sich abgewandt hat.

Es ist ein Unterschied, ob man seine Gedanken mit jemandem im selben Trauerprozess teilt, oder ob man dies mit jemandem tut der nicht oder nicht sehr darin verhaftet ist. Und dieser Unterschied ist es, der mich im Moment wütend, verständnislos und kühl macht. Ich fühle mich so, als ob mir von außen auferlegt wurde, mich zusammen zu reißen - als habe man mir still bedeutet, meine Emotionen und Gedanken im Zaum zu halten.

Ich trage mein Herz nicht auf der Zunge, aber ich weiß, wann ich reden muss, um nicht zu verzweifeln. Und nun kann ich es nicht? Ich verstehe es nicht.

20.1.12 14:57


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