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Tell me it's time, serpents in my mind. Looking for your crimes.

Everything changes, I dont want mine to this time.

 

Jemanden wieder zu treffen, mit dem man früher sehr viel geteilt hat und mit dem einen nun nicht mehr als die bloße Erinnerung an die gemeinsame Zeit verbindet, ist interessant. Verschämte Blicke (?) und das Geschwafel über das Jetzt. Sein Jetzt ist noch uninteressanter als meins.

Es ist wie vor einigen Wochen, als ich merkte, wer mit mir nicht umgehen kann. Als stünde Sterbefall auf meiner Stirn und jedes Wort könnte das Falsche sein. Irgendwann fiel sie dann doch, die Frage. "Wie geht es zuhause mit der Familie?" Was sollte es bringen, das an einem Abend zu besprechen, an dem es nicht darum geht. Hilft es ihm? Hilft es mir? Ich glaube nicht. Ich sagte nur, dass ich das nun nicht breittreten will. Und damit breiteten wir den Mantel des Schweigens über mich.

Klar, es ist nett gemeint - aber es gibt leider auch Nettigkeiten, die nichts bringen. So wie Beileidsbekundungen. Die werden zwar immer seltener, aber sie stören mich noch immer von Grund auf. Was bringt es mir, wenn mir jemand sein Beileid ausdrückt? Ich fühle mich dadurch nicht besser und ich fühle mich der Person  auch nicht verbundener. Ich fühle mich einfach weiter so, wie ich mich fühle.

Was bringt es dem anderen, mir sein Beileid zu bekunden? Fühlt er sich dann besser? Das kann ich mir nur schwer vorstellen. Es ist eine Worthülse ohne Gewicht. Fühlt er sich mir verbundener? Nein.

 

Und gleichzeitig habe ich dieses dumpfe Gefühl, dass ich das Ganze zu einem weiteren Problem aufbausche, weil ich es bin, der es ablehnt, über den Tod meiner Mutter zu sprechen. Ich könnte jede Gelegenheit nutzen, ohne Rücksicht auf Verluste. Aber genau vor diesen Verlusten habe ich Angst. Was, wenn sich jemand von mir abwendet, weil er nicht damit klarkommt, dass eine Trauerphase nunmal sehr sehr viel Zeit braucht? Was, wenn jemand es für besser hält, mich einige Monate nicht mehr zu sprechen, um mir Zeit zu geben?

Das würde mich wirklich treffen. Noch mehr als die Tatsache, dass ich meine Trauer im "normalen Leben" verstecken muss.

23.2.12 10:09
 


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